Dein Marketing soll sich nach Gestaltungsspielraum anfühlen. Nach der Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie dein Business sichtbar wird, wofür du stehst und welche Projekte du anziehen möchtest. Eigentlich ist Marketing genau dafür da: um dir Freiheit zu geben, statt dich unter Druck zu setzen.
In der Realität fühlt es sich für viele Designerinnen und Designer aber ganz anders an. Marketing löst keine Gestaltungsideen aus, sondern eher Widerstand. Schon der Gedanke daran erzeugt Enge, Überforderung oder dieses diffuse Gefühl von „Ich müsste eigentlich …“, ohne dass klar ist, wo man anfangen soll.
Und genau an dieser Stelle entsteht schnell ein falsches Bild von sich selbst. Der Eindruck, nicht konsequent genug zu sein. Nicht diszipliniert genug. Oder schlicht nicht gemacht für Marketing. Dabei liegt das Problem, das sich Marketing falsch anfühlt, fast nie dort, wo viele es vermuten.
Der Punkt, an dem dein Marketing kippt
Oft beginnt alles in einer ganz alltäglichen Situation. Zwischen zwei Projekten ist kurz Luft. Kein halber Tag, aber vielleicht eine halbe Stunde. Genug Zeit, um etwas anzustoßen. Dein Entschluss steht: Jetzt kümmere ich mich um mein Marketing.
Dann öffnest du einen Kanal – Instagram, LinkedIn, völlig egal – und innerhalb kürzester Zeit prasselt eine enorme Menge auf dich ein. Menschen, die souverän in die Kamera sprechen als wären sie in einem früheren lesen Nachrichtensprecher gewesen. Perfekt gestaltete Slides. Klare Botschaften, große Versprechen, dringliche Warnungen, was man alles tun muss, um ja nicht den Anschluss zu verlieren.
Und dein Kopf macht leise klick. Aber nicht im guten Sinn. Sondern so ein inneres: „Ah okay… ich bin wieder zu spät.“ Der Gedanke ist nicht laut, aber eindeutig: Egal, was du jetzt machst, das wird nicht reichen. Also schließt du das Browserfenster direkt wieder. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Selbstschutz. Nicht, weil du keine Verantwortung übernimmst. Sondern weil dein System – dein Nervensystem – sagt: „Das ist gerade zu viel.“
Und das ist der Moment, an dem viele Designer anfangen, sich selbst zu verurteilen.
„Ich bin inkonsequent.“
„Ich kriege das nicht hin.“
„Ich müsste mich nur zusammenreißen.“
Und genau da möchte ich heute reingrätschen.
Warum dein Rückzug kein Disziplinproblem ist
Wenn du Marketing vermeidest, steckt dahinter selten ein „Ich will nicht“. Viel öfter ist es ein „So fühlt es sich gerade nicht sicher an“. Und das hat bei uns Designerinnen und Designern ganz konkrete Gründe:
#1 Vergleichsdruck
Ein zentraler Punkt ist der permanente Vergleich. Als Designer hast du ein extrem gutes Auge. Du erkennst Qualität sofort, siehst Details, Abweichungen, Feinheiten. Dieses Auge ist im Projektalltag ein großer Vorteil, im Marketing kann es jedoch gegen dich arbeiten. Denn sobald du sichtbar wirst, vergleichst du automatisch:
- „Die wirken klarer.“
- „Die sind mutiger.“
- „Die sind schon weiter.“
Und zack – bist du nicht mehr im Tun, sondern im Bewerten.
#2 Deine Angst vor Sichtbarkeit
Sichtbarkeit bedeutet: Menschen dürfen (und werden) etwas von dir denken. Viele Designer sind es gewohnt, im Hintergrund exzellente Arbeit zu leisten. Du analysierst, entwickelst Konzepte, gestaltest Lösungen. Marketing verlangt etwas anderes: dass du selbst in den Vordergrund trittst. Damit entstehen Fragen, die nichts mit Fachwissen zu tun haben, sondern mit Identität. Da kommen Fragen hoch wie:
- „Was, wenn ich gar nichts Besonderes bin?“
- „Was, wenn jemand sagt, mein Design ist langweilig?“
- „Was, wenn jemand mich für überheblich hält?“
Diese Gedanken sind kein Zeichen von Unsicherheit. Sie entstehen, weil dir Qualität und Wirkung wichtig sind.
#3 Perfektionismus als Schutzmechanismus
Fast immer spielt an dieser Stelle auch Perfektionismus eine Rolle. Der Wunsch, es richtig zu machen. Sich nicht zu blamieren. Nicht angreifbar zu sein. Also wird gewartet – auf den perfekten Moment, die perfekte Formulierung, das Gefühl, dass alles wirklich rund ist.
Das Problem daran ist nicht der Anspruch an Qualität. Das Problem ist, dass Perfektion kein erreichbares Ziel ist. Je näher man ihr kommt, desto weiter rückt sie weg. Perfektionismus fühlt sich oft an wie Professionalität, ist aber häufig ein Schutzmechanismus. Und Schutz ist grundsätzlich nichts Schlechtes.
Kritisch wird es erst dann, wenn dieser Schutz dich dauerhaft davon abhält, sichtbar zu werden – obwohl du fachlich längst bereit wärst.
#4 Die lähmende Idee vom „vollen Markt“
Zu all dem kommt häufig noch ein weiterer schwerwiegender Gedanke: „Es ist zu voll, ich kann nichts mehr erreichen“. Und auf den ersten Blick ist es auch so.
- „Instagram ist doch voll.“
- „Es gibt schon so viele Designer.“
- „KI spuckt alles aus, was man braucht.“
- „Wieso sollte jemand ausgerechnet mich buchen?“
Und ich verstehe das. Wirklich. Weil es stimmt:
- Ja, es gibt immer mehr Content.
- Ja, es gibt mehr Anbieterinnen und Anbieter für jede Art von Dienstleitung.
- Ja, KI macht Dinge schneller.
Aber weißt du, was nicht automatisch mitgewachsen ist? 👉 Haltung, Orientierung und Vertrauen.
Content ist überall. Menschen suchen heute nicht noch mehr Informationen. Dafür nutzen sie die KI oder Google. Sie suchen Klarheit. Verlässlichkeit. Einen professionellen Blick, der einordnet, statt zu überfordern.
Genau hier liegt aus meiner Sicht eine echte Chance. Besonders für uns Designer, weil wir Struktur lieben, in Rastern denken und komplexe Dinge verständlich machen können. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit und Erfahrung.
Der echte Grund, warum sich Marketing falsch anfühlt
Marketing fühlt sich besonders dann falsch und sperrig an, wenn du versuchst, oben beim Content anzufangen, obwohl darunter noch jede Menge Fragen offen und ungeklärt sind. Ich geb dir ein paar Beispiele, damit klarer wird, wie das in der Praxis aussieht:
#1 Deine Website ist veraltet
Du willst neue Ideen und Beiträge posten. Aber in deinem Kopf ist diese Stimme: „Meine Website ist eigentlich nicht mehr aktuell… wenn da jetzt jemand draufklickt, wirkt das unseriös.“ Also postest du lieber nichts. Nicht, weil du nicht willst. Sondern weil du denkst: „Ich muss erst die Website machen.“
#2 Deine Angebot ist schwammig
Du machst Branding. Oder Webdesign. Oder beides. Aber wenn dich jemand fragt: „Was genau bietest du an?“ hast du innerlich fünf verschiedene Versionen von deinem Designangebot im Kopf und weißt nicht, was du sagen sollst.
Dann wirkt Marketing wie ein Risiko: „Was, wenn ich das Falsche kommuniziere und mein Kunde genau das andere sucht? Ich spreche über Print und er will eine Website.“ Darum postest du lieber nichts als das Falsche. Und wenn du dich auf ein Angebot festlegst, fühlt es sich auch nicht besser an und in deinem Kopf entsteht sofort die Frage: „Verliere ich nicht Kunden, wenn ich mich festlege?“
Aus diesem Zwiespalt heraus passiert: nichts.
#3 Zu viele Marketingkanäle
Und dann hast du dich endlich durchgerungen und bist startklar für dein Marketing, aber du nimmst dir viel zu viel auf einmal vor. Von allen Seiten kommen Empfehlungen und willst es ja richtig machen.
- Du hörst: „Du brauchst Insta.“ Also legst du ein neues Insta-Profil an.
- Dann: „LinkedIn ist besser.“ Gut, nimmst du LinkedIn dazu.
- Dann: „Newsletter ist King.“ Klingt auch logisch, also fügst du deiner To Do-Liste Newsletter hinzu.
- Dann: „Mach YouTube.“ Videos …puh, aber es muss wohl so sein.
Doch dieses Tempo unden Umfang kannst du im guten nicht durchhalten. Nicht, wenn du auch noch Kundenaufträge, die Buchhaltung, das Backoffice und dein Privatleben am Laufen halten willst.
Und wieder passiert nach der anfänglichen Begeisterung: nichts.
In all diesen Fällen liegt das Problem nicht im Marketing selbst. Es liegt in der fehlenden Reihenfolge. Wenn dir nicht klar ist, was zuerst kommt, wird jede Handlung anstrengend. Jeder Post wird zur Grundsatzentscheidung. Marketing wird zu einem Dauerprojekt ohne klares Ende.
Kein Wunder, dass sich Widerstand aufbaut.
Du hast kein Marketingproblem, sondern ein Strukturproblem
Der entscheidende Perspektivwechsel ist dieser: Wenn sich dein Marketing falsch anfühlt, liegt nicht an fehlendem Talent. Nicht daran, dass du zu spät bist. Und auch nicht daran, dass andere es einfach besser können.
Was dir fehlt, ist ein System. Eine klare Struktur, die vorgibt, was jetzt wichtig ist und was nicht. Und das ist eine gute Nachricht. Denn Systeme lassen sich aufbauen. Schritt für Schritt. Nicht perfekt und nicht über Nacht, aber so, dass es sich mit jedem Schritt stimmiger anfühlt.
Das ist Arbeit, ja. Aber es ist eine andere Art von Arbeit als dieses zermürbende „Ich müsste eigentlich mal wieder Marketing machen“.
Fazit: Weniger Druck, mehr Halt
Wenn sich Marketing gerade schwer anfühlt, an dem Marketing sich schwer anfühlt, dann sei bitte freundlich mit dir. Das ist das kein Urteil über dich oder dein Können. Dein Rückzug ist oft ein Hinweis darauf, dass dir gerade Halt fehlt – nicht Motivation, nicht Disziplin und ganz sicher nicht Kompetenz.
Vielleicht ist die entscheidende Frage nicht, warum Marketing bei dir nicht funktioniert. Sondern was es braucht, damit es sich sicher, klar und machbar anfühlt. Und wenn du merkst:
„Ich will dieses Jahr nicht wieder nur nachdenken, ich will es wirklich aufbauen – mit Struktur und Begleitung“, dann schau dir Create Your Marketing in Ruhe an. Da entwickelst du in 8 Wochen eine Fahrplan für ein Marketing, das dir Anfragen bringt, ohne dich zu überfordern.
Denk immer daran: Dein Business. Deine Regeln.
Und du darfst es so gestalten, dass es zu dir passt.
FAQs: Warum sich Marketing falsch anfühlt
Warum fühlt sich Marketing für viele Designer falsch oder schwer an?
Marketing fühlt sich oft falsch an, weil es Enge, Überforderung und Widerstand auslöst. Das liegt nicht an mangelndem Talent oder fehlender Disziplin, sondern daran, dass Marketing häufig ohne klare Struktur und Reihenfolge angegangen wird.
Ist mein Rückzug vom Marketing ein Disziplinproblem?
Nein. Marketing zu vermeiden ist selten ein „Ich will nicht“, sondern eher ein „So fühlt es sich gerade nicht sicher an“. Der Rückzug ist oft eine Reaktion des Nervensystems auf Überforderung, Vergleichsdruck oder fehlende Orientierung.
Welche Rolle spielt Vergleichsdruck im Marketing von Designern?
Designer vergleichen sich schnell, weil sie Qualität, Details und Feinheiten sofort erkennen. Im Marketing führt das dazu, dass man andere als klarer, mutiger oder weiter wahrnimmt und dadurch vom Tun ins Bewerten rutscht.
Warum macht Sichtbarkeit vielen Designern Angst?
Sichtbarkeit bedeutet, selbst im Vordergrund zu stehen und bewertet zu werden. Das berührt Identitätsfragen wie die Angst, nicht besonders genug zu sein oder als überheblich wahrgenommen zu werden. Diese Gedanken entstehen nicht aus Unsicherheit, sondern aus einem hohen Anspruch an Qualität und Wirkung.
Wie wirkt sich Perfektionismus auf mein Marketing aus?
Perfektionismus dient oft als Schutzmechanismus, um nicht angreifbar zu sein. Das Problem ist nicht der Wunsch nach Qualität, sondern dass Perfektion kein erreichbares Ziel ist und dadurch Sichtbarkeit immer weiter aufgeschoben wird.
Warum blockiert die Idee vom „vollen Markt“ mein Marketing?
Gedanken wie „Es gibt schon so viele Designer“ oder „KI macht alles schneller“ erzeugen das Gefühl, keine Chance mehr zu haben. Was jedoch nicht mitgewachsen ist, sind Haltung, Orientierung und Vertrauen – genau dort liegt eine Chance für Designer, die Klarheit schaffen können.
Was ist der eigentliche Grund, warum sich Marketing falsch anfühlt?
Marketing fühlt sich falsch an, wenn man beim Content anfängt, obwohl grundlegende Dinge ungeklärt sind – zum Beispiel eine veraltete Website, ein schwammiges Angebot oder zu viele Marketingkanäle gleichzeitig. Das Problem ist nicht Marketing selbst, sondern die fehlende Struktur und Reihenfolge.












