Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeit als Designer – und zwar schnell. Da ist es kein Wunder, dass immer mehr selbstständige Kreative KI im Business nutzen: für Ideenfindung, zur Effizienzsteigerung oder beim Texten und Illustrieren. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn KI-Tools sparen Zeit ein, eröffnet neue kreative Wege und helfen, mit kleinen Budgets Großes zu schaffen.
Doch bei aller Begeisterung dürfen wir nicht vergessen: Wenn wir KI beruflich nutzen, sollten wir auch die rechtlichen Grundlagen kennen. Denn Unwissen schützt leider nicht vor Abmahnungen oder Kundenärger.
In diesem Artikel zeige ich dir fünf rechtliche Fallstricke, die du als Designer:in kennen solltest – und wie du mit ihnen im Alltag umgehst. Wichtig dabei: ich biete hier keine Rechtsberatung, sondern teile mein aktuelles Know-how nach besten Wissen und Gewissen mit dir. KI-Tools, deren Einsatzmöglichkeiten und die Rahmenbedingungen ändern sich so schnell, prüfe darum immer auch selbst noch einmal nach, ob sich etwas verändert hat. Lass uns loslegen!
Fallstrick #1 – Urheberrecht: Wem gehört der KI-Output?
Viele denken: „Ich hab das Bild mit Midjourney erstellt – also gehört es mir, oder?“ Leider nicht so einfach. Denn rein rechtlich gilt: KI-generierte Inhalte sind oft nicht urheberrechtlich geschützt. Warum? Weil das Urheberrecht eine menschliche Schöpfung verlangt – und KI ist nun mal kein Mensch.
Was bedeutet das für uns Designer, wenn wir KI im Business nutzen? Wenn du KI-Content 1:1 in Kundenprojekten verwendest, kann es sein, dass niemand die Rechte daran hält. Im schlimmsten Fall kann jeder die Datei verwenden – auch die Wettbewerber deiner Auftraggeber. Oder das Tool selbst behält sich Rechte vor.
Stelle dir mal vor, dein Kunde beauftragt dich mit einem Messedesign und ein Mitbewerber hat das nahezu gleiche Design, weil deine Gestaltungsgrundlage ein nicht geschütztes KI-generiertes Bild war. Eine Vollkatastrophe!
Etwas anders sieht es da mit den Nutzungsrechten aus. Denn diese kannst du sehr wohl innehaben, auch wenn du rechtlich nicht der Urheber der Inhalte bist. Midjourney erlaubt zum Beispiel ganz klar die kommerzielle Nutzung der generierten Bilder, wenn das zahlungspflichtige Abo hast. Beachte daher unbedingt die Nutzungsbedingungen der Tools und lies dir die entsprechenden Rechtstexte vorher noch einmal durch.
- OpenAI: Hier findest du die Nutzungsbedingungen für ChatGPT, Dall-E und OpenAI
- Midjourney: Die genauen Nutzungsrechte kannst du hier nachlesen.
Mein Praxistipp:
Dokumentiere, mit welchem Tool du was erzeugt hast, und prüfe, ob du die Inhalte kommerziell nutzen darfst. Das gibt dir Sicherheit und deinen Kunden auch. Wenn du unsicher bist, solltest du lieber selbst kreativ eingreifen oder KI-generierte Inhalte mit deinen eigenen Designs kombinieren.

Fallstrick #2 – Datenschutz und Kundendaten: Vorsicht bei sensiblen Infos
Gerade in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden fließen viele personenbezogene und sensible Daten. Diese einfach in einen Prompt einzugeben („Schreib mir ein Angebot für Frau Müller von der XY GmbH“) ist ein Datenschutzverstoß. Warum? Weil viele KI-Anbieter (wie ChatGPT) die von dir eingegebenen Daten zur Weiterentwicklung verwenden – und die Server oft außerhalb der EU stehen.
Neben diesem rein rechtlichen Verstoß kommt auch noch eine weitere Problematik hinzu, denn der Kunde hat dir und deinem Designstudio seine vertraulichen Daten genannt und geht zurecht davon aus, dass du diese Daten auch entsprechend sorgsam behandelst. Du an seiner Stelle würdest ja die gleiche Sorgfaltspflicht erwarten, oder?
Was kannst du tun?
- Verwende keine echten Kundennamen, Projekte oder sensible Infos in Prompts.
- Wenn möglich, nutze lokale oder DSGVO-konforme Tools, z. B. deutsche Anbieter wie Neuroflash für Texte oder On-Premise-Modelle.
- Ergänze deine Datenschutzerklärung, wenn du KI-Tools im Workflow nutzt.
Merke:
Datenschutz ist kein optionaler Punkt – sondern rechtliche Verpflichtung und Vertrauenssache – vor allem beim Thema KI.
Fallstrick #3 – Transparenz und Haftung: Offen kommunizieren & Verantwortung übernehmen
Projektbeschreibungen, Design-Wireframes, Konzeptideen – vieles entsteht heute mithilfe von KI. Doch sobald du diese Inhalte im Kundenprojekt verwendest, bist du verantwortlich für das Ergebnis. Auch dann, wenn ein Fehler oder eine Ungenauigkeit auf die KI zurückgeht.
Denn: Deine Kunden kaufen nicht „KI-Output“, sondern deine professionelle Leistung. Und dazu gehört auch, alles kritisch zu prüfen und bei Bedarf zu überarbeiten.
Stelle dir mal vor, du nutzt ChatGPT für die Erstellung eines Angebots oder Beschreibungstextes. Dieser klingt gut, ist aber inhaltlich falsch – oder es schleichen sich problematische Formulierungen ein. Wird der Text veröffentlicht, kann das rechtliche oder geschäftliche Konsequenzen nach sich ziehen – und du bist haftbar, weil du den Inhalt für den Kunden erstellt hast.
Was bedeutet das für dich?
- Nutze KI als Unterstützung in deinen Designprojekten, nicht als Endlösung.
- Prüfe jeden Output auf inhaltliche, gestalterische und rechtliche Richtigkeit.
- Kommuniziere offen, wenn KI zum Einsatz kommt – das schafft Vertrauen und zeigt Professionalität. Außerdem erwarten deine Kunden zurecht Ehrlichkeit.
Mein Praxistipp:
Sprich den KI-Einsatz aktiv im Kundengespräch an. Das zeigt, dass du dich mit aktuellen Tools auskennst – und dass du Verantwortung übernimmst. Zeitgleich können deine Auftraggeber Bedenken äußern und den genauen Umfang der KI-Unterstützung mit dir abstimmen.

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Fallstrick #4 – Keine rechtliche & vertragliche Beratung durch KI
So praktisch KI-Tools auch sind – sie ersetzen keine juristische Expertise. Viele Kreative lassen sich von ChatGPT AGB, Verträge oder Impressen formulieren. Klingt hilfreich, ist aber ein rechtliches Risiko.
Denn: KI-Modelle arbeiten nicht mit aktuellen Gesetzestexten, sondern auf Basis von Trainingsdaten und Wahrscheinlichkeiten. Sie liefern also gut klingende Vorschläge – aber keine rechtssicheren Texte. Noch dazu kann die KI nicht garantieren, dass ihre Ausgaben zu deiner konkreten Branche, deinem Land oder deiner Situation passen.
Und ganz wichtig: Als Designerin oder Designer darfst du grundsätzlich keine Rechtsberatung leisten – weder mit noch ohne KI. Das ist gesetzlich geregelt und ist dem juristischen Berufsstand vorbehalten. Selbst wenn du also die besten Absichten hast, begehst du im schlimmsten Fall einen Verstoß, wenn du rechtliche Formulierungen für andere erstellst oder weitergibst.
Was bedeutet das für dich?
- Nutze KI gerne als Formulierungshilfe oder Ideengeber, z. B. beim Entwurf von Angebotsbausteinen oder Feedbacktexten.
- Rechtliche Inhalte wie AGB, Datenschutzerklärungen oder Verträge solltest du aber immer von einem Fachanwalt oder einer geprüften Vorlage gegenlesen lassen – das schützt dich und deine Auftraggeber.
- Wenn du KI-gestützte Tools im Workflow nutzt, sichere dich vertraglich ab – etwa in deinen Angeboten oder AGB.
Empfehlung:
Lass rechtliche Texte (AGB, Verträge, Impressum) immer von Fachleuten checken. Nutze KI gerne als Ideengeber oder Formulierungshilfe – aber nicht als alleinige Quelle. Hier greift auch wieder 👆Fallstrick #3 – Transparenz & Haftung.

Fallstrick #5 – Marken- und Persönlichkeitsrechte: Vorsicht bei Prompts mit echten Namen & Brands
Du möchtest einen coolen Illustrationsstil à la „Nike-Werbekampagne“ oder eine Szene mit einer bekannten Persönlichkeit generieren? Klingt spannend – kann aber rechtlich heikel werden.
Das sich diese Bilder so schnell und einfach generieren lassen, verführt dazu, dass wir vergessen, was uns bei unseren eigenen Designs völlig klar ist: Das Marken- und Persönlichkeitsrecht. Denn viele KI-Tools lassen sich mit konkreten Prompts wie „Design im Pixar-Stil“ oder „Porträt von Steve Jobs im Manga-Look“ füttern. Die Ergebnisse sehen oft beeindruckend aus – sind aber nicht automatisch erlaubt. Aber was bedeutet das konkret?
- Marken wie Apple, Nike oder BMW sind rechtlich geschützt – auch im Look & Feel.
- Prominente (und auch Privatpersonen!) haben ein sogenanntes Recht am eigenen Bild – das gilt auch für KI-generierte Inhalte, die auf realen Personen basieren.
- Wenn du solche Inhalte in Kundenprojekten nutzt, kann das zu Abmahnungen oder rechtlichen Schritten führen – für die du dann haftbar bist.
Mein Praxistipp:
Nutze keine geschützten Marken oder echte Namen in deinen Prompts – weder von Personen noch Unternehmen. Da gilt für KI-Tools das gleiche, wie für deine eigenen Designs. Lass dich gern inspirieren, aber entwickle einen eigenen Stil oder kombiniere KI-Ergebnisse mit deiner Handschrift. Und prüfe bei KI-generierten Porträts, ob sie möglicherweise realen Personen ähneln – gerade bei Stock-ähnlichen Bildern ist Vorsicht geboten.
KI kennt keine Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte – du aber schon. Also lieber zweimal hinschauen, bevor du KI-Content veröffentlichst oder weitergibst.
Fazit: 5 praktische Tipps, wenn du KI im Business nutzen willst
KI kann dir im kreativen Alltag unglaublich viel abnehmen – aber nur, wenn du sie mit rechtlicher Weitsicht einsetzt. Hier kommen die wichtigsten Punkte noch einmal auf einen Blick:
👉 1. Urheberrecht prüfen: Nutze nur Inhalte, deren Rechte du wirklich hältst – und dokumentiere die Herkunft klar.
👉 2. Datenschutz beachten: Gib keine sensiblen Kundendaten in Prompts ein und achte auf DSGVO-konforme Tools.
👉 3. Verantwortung übernehmen: Du haftest für alles, was du deinen Kundinnen und Auftraggebern lieferst – auch wenn KI beteiligt war.
👉 4. Keine Rechtsberatung durch KI – und auch nicht durch dich: Lass rechtliche Texte immer professionell prüfen und sichere deinen KI-Einsatz in Angeboten und AGB klar ab.
👉 5. Marken & Persönlichkeitsrechte respektieren: Verwende keine geschützten Namen, Stile oder Personen in KI-Prompts – vor allem nicht für kommerzielle Zwecke.
KI ist kein Freifahrtschein, sondern ein Profi-Tool. Und wie jedes gute Werkzeug entfaltet es sein Potenzial nur dann, wenn du weißt, was du tust – und wo die Grenzen liegen. Mit etwas Sorgfalt bleibst du mit KI in deinem Business nicht nur kreativ, sondern auch rechtlich auf der sicheren Seite.
FAQ: KI im Business nutzen
Was muss ich als Designer beim Datenschutz bei KI-Tools im Business beachten?
Als Designer solltest du bei der Nutzung von KI-Tools im Business unbedingt auf den Datenschutz achten. Gib keine sensiblen oder personenbezogenen Daten in Prompts ein – insbesondere keine Kundennamen oder Projektdetails. Viele KI-Anbieter verarbeiten Eingaben auf Nicht-EU-Servern und nutzen sie zur Modellverbesserung. Verwende DSGVO-konforme KI-Tools aus Deutschland und passe bei Bedarf deine Datenschutzerklärung an.
Darf ich KI-generierte Bilder als Designer einfach kommerziell nutzen?
Nicht automatisch. Viele KI-generierte Bilder und Designs sind nicht urheberrechtlich geschützt, da sie nicht von Menschen stammen. Ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt ist, hängt von den Lizenz- und Nutzungsbedingungen des jeweiligen KI-Tools ab. Prüfe vorab die Rechte – etwa bei Midjourney oder DALL·E – und dokumentiere die Quelle der KI-generierten Inhalte.
Hafte ich als Designer für Fehler in KI-generierten Texten oder Bildern im Business?
Ja. Wenn du KI-Inhalte in Kundenprojekten nutzt, trägst du die volle Verantwortung für deren Richtigkeit, Rechtmäßigkeit und Eignung. Du bist die verantwortliche Dienstleister:in – nicht die KI. Deshalb solltest du alle KI-generierten Texte und Bilder gründlich prüfen, überarbeiten und transparent kommunizieren, wenn KI im Workflow eingesetzt wird.
Darf ich als Designer mit ChatGPT AGB oder Verträge erstellen und an Kunden weitergeben?
Nein. Als Designer darfst du keine Rechtsberatung leisten – auch nicht mithilfe von KI-Tools wie ChatGPT. AGB, Verträge und andere Rechtstexte sollten immer von Fachanwälten erstellt oder geprüft werden. KI kann bei der Formulierung unterstützen, ersetzt aber keine rechtssichere Prüfung.
Muss ich den Einsatz von KI-Tools in meinen Angeboten oder AGB erwähnen?
Ja, das ist empfehlenswert. Wenn du KI-Tools im Business-Workflow einsetzt, solltest du das transparent in Angeboten, Verträgen oder AGB festhalten. Das schafft Vertrauen bei Kunden und schützt dich bei späteren Rückfragen oder rechtlichen Unklarheiten.
Ist es erlaubt, Marken oder Prominente in KI-Prompts zu verwenden?
Vorsicht! Prompts wie „im Stil von Nike“ oder „Steve Jobs als Comicfigur“ können Marken- oder Persönlichkeitsrechte verletzen – insbesondere bei kommerzieller Nutzung. Achte darauf, Rechte Dritter zu respektieren, auch wenn KI-Tools technisch keine Grenzen kennen.











